So finden Sie die beste Schriftart für Ihre Visitenkarten

Stellen Sie sich die folgende Situation vor: Sie öffnen ein neues Textdokument und geben Ihren Firmennamen ein. Vor dem weißen Hintergrund sieht er winzig aus, also stellen Sie Schriftgröße 96 ein. Das ist schon besser. Sie sagen den Namen laut, um seinen Klang zu testen. Sie sind zufrieden: Aus der langen Ideenliste in Ihrem Notizbuch ist dieser Name der beste. Dann beginnen Sie, eine Schriftart nach der anderen aus dem Menü auszuprobieren.

Schnell sind zwanzig Minuten vergangen, und Sie werden immer unschlüssiger.

Die Auswahl ist einfach zu groß.

Ist Ihr Unternehmen eher modern und minimalistisch oder traditionell und elegant?

Es ist keine leichte Aufgabe, unter Tausenden von Schriftarten diejenige zu finden, die – zumindest für die nächsten Jahre – Ihr Unternehmen definieren wird. Wir möchten ihnen mit diesem Artikel ein wenig dabei behilflich sein.

Zunächst einmal: Was ist eigentlich eine Schriftart?

Als Schriftart bezeichnet man einen Satz von Buchstaben, Zahlen, Akzenten und Symbolen, die in ihrer grafischen Gestaltung zusammen passen. Die verschiedenen Schnitte einer Schriftart, also fett, normal oder kursiv, werden auch „Schriftfamilie“ genannt.

Die Schriftarten auf Ihrer Visitenkarte müssen zwei Hauptanforderungen erfüllen: Sie sollen Interesse wecken und gut lesbar sein.

Behalten wir das also im Hinterkopf, wenn es im Folgenden um die Besonderheiten der einzelnen Schriftarten, ihre Kombinationsmöglichkeiten untereinander und die richtige Schriftgröße für Ihre Visitenkarten geht.

Typen von Schriftarten

Was sind Sans-serif oder serifenlose Schriftarten?

In der Typografie werden diejenigen Schriften als serifenlos bezeichnet, bei denen die einzelnen Buchstaben keine Endstriche, oder „Serifen“, haben. Serifenlose Schriftarten haben außerdem oft weniger Variation in der Strichbreite als Schriftarten mit Serifen (zu diesen kommen wir gleich). Bei Printprodukten sind serifenlose Schriftarten vor allem für Firmennamen, Überschriften oder besondere Hinweise geeignet, da sie auf den ersten Blick lesbar sind. Sie passen gut zu Ihrem Firmenimage, wenn Sie als unkompliziert, modern oder minimalistisch wahrgenommen werden möchten.

Auch für die digitale Textanzeige werden meist serifenlose Schriften verwendet. Vor allem bei geringer Bildschirmauflösung können Details wie Serifen je nach Schriftart entweder verschwinden oder zu groß dargestellt werden. Daran sollten Sie denken, wenn Sie Ihre Online-Präsenz optisch an Ihre Printmaterialien anpassen möchten.

Und falls Sie schon immer wissen wollten, woher die Bezeichnung kommt: Das französische „sans“ bedeutet „ohne“, und „Serif“ ist wahrscheinlich vom niederländischen Wort „schreef“ für „Linie“ oder „Strich“ abgeleitet.

Was ist eine Serifen-Schrift?

Serifen haben ihren Ursprung in den in Stein gemeißelten Inschriften, wie man sie oft an historischen Gebäuden und Brücken oder auf Grabsteinen findet. Aufgrund dieses geschichtlichen Bezugs sind Serifen-Schriften vor allem dann geeignet, wenn ein konservatives, traditionelles Image gewünscht ist. Serifen-Schriften werden besonders häufig in längeren Schriftstücken wie Büchern, Zeitungen und auch in den meisten Zeitschriften verwendet. Das hat neben langjähriger Tradition den Grund, dass Serifen-Schriften vor allem auf dem qualitativ minderwertigen Papier früherer Zeiten als besser lesbar galten.

Die Frage der besseren Lesbarkeit ist jedoch ein äußerst umstrittenes Thema. Dabei argumentiert die eine Seite, dass Serifen-Schriften die Lesbarkeit und Lesegeschwindigkeit vor allem bei langen Textpassagen verbessern, da die Serifen eine Linie bilden, der das Auge beim Lesen folgen kann. Die andere Seite hält dagegen, dass wir mit der Buchstabenform am besten zurecht kommen, die wir zu lesen gewohnt sind (nämlich Serifen-Schriften).

Wenn Sie für eine Serifen-Schrift auf Ihrer Visitenkarte Spotlack verwenden möchten, beachten Sie bitte, dass dies nur bei größeren Textfeldern wie z. B. dem Firmennamen möglich ist.

Verwendung von Schreibschriften

Schreibschriften mit fließenden, geschwungenen Linien und wie bei der handschriftlichen Kalligrafie verbundenen Buchstaben verleihen Schriftstücken eine persönliche Note. Solche Schriftarten eigenen sich daher vor allem für Einladungen, Grußkarten, Überschriften oder kurze Texte mit persönlicher Botschaft. Klassische Schreibschriften wirken sehr elegant, während rundere Formen als zwanglos und heiter wahrgenommen werden. Sie sind ein hervorragender Blickfang. Besonders bei Werbeschildern sollte man jedoch darauf achten, dass dennoch eine gute Lesbarkeit gewährleistet ist. Schreibschriften sollten auch nicht für längere Textpassagen verwendet werden, da sie in kleineren Schriftgrößen schwer lesbar sind. Wählen Sie für die längeren Passagen Ihrer Marketingmaterialien stattdessen eine serifenlose oder eine Serifen-Schrift.

Anlaufstellen für weitere Informationen zu Schriftarten

WhatFont ist eine Erweiterung für Google Chrome, die Schriftarten auf jeder beliebigen Website erkennt und benennt.

Fontsinuse zeigt Schriftarten „aus dem echten Leben“ und ist eine tolle Inspirationsquelle zum Kombinieren verschiedener Schriften.

FontReach zeigt an, auf wie vielen der eine Million beliebtesten Seiten im Web eine bestimmte Schriftart verwendet wird. Das ist praktisch, wenn man herausfinden möchte, wer die persönliche Lieblingsschriftart noch verwendet.

Kombinieren von Schriftarten auf Ihrer Visitenkarte

  • Beschränken Sie sich bei Visitenkarten auf zwei Schriftarten.
  • Versuchen Sie es z. B. mit einer Schreibschrift oder Serifen-Schrift und einer serifenlosen Schriftart.
  • Schaffen Sie eine visuelle Hierarchie. Entscheiden Sie zunächst, welche Information besonders hervorgehoben werden soll – etwa Ihr Name oder Firmenname. Legen Sie dann fest, welche Informationen darunter in kleinerer Schriftgröße erscheinen sollen.
  • Doch nicht allein die Schriftgröße bestimmt über die visuelle Hierarchie. Auch durch Fettdruck können einzelne Textfelder hervorgehoben werden.
  • Verwenden Sie nicht mehr als drei verschiedene Schriftgrößen auf Ihrer Visitenkarte. Zwei sind ideal.
    Stellen Sie sicher, dass sich der Text gut vom Hintergrund Ihres Designs abhebt. Jedes der Textfelder sollte gut lesbar sein. Entscheiden Sie sich im Zweifel für schwarzen oder dunkelgrauen Text vor weißem oder gelbem Hintergrund, um ausreichend Kontrast zu gewährleisten.
  • Kombinieren Sie keine ähnlichen Schriftarten. Sorgen Sie für möglichst viel Kontrast zwischen Ihrem Firmennamen und dem Textfeld mit Ihren Kontaktdaten.

Schriftgrößen für Visitenkarten: Grundregeln

In der Typografie wird die Größe einer Schrift standardmäßig in Punkt (pt) angegeben. Für diejenigen Textfelder Ihrer Visitenkarte, die besonders hervorgehoben werden sollen, z. B. Ihr Name oder Firmenname, kann die Schriftgröße je nach verfügbarem Platz zwischen 10 und 16 pt liegen. Es sollte grundsätzlich ein Größenunterschied zwischen primären (besonders hervorgehobenen) und sekundären (nicht hervorgehobenen) Textfeldern bestehen.

Dabei ist jedoch die Größe der nicht hervorgehobenen Textfelder wie Berufsbezeichnung, E-Mail-Adresse, Website, Adresse und Telefonnummer entscheidend für Sichtbarkeit und Lesbarkeit. Eine Schriftgröße von 8 pt sollte bei Visitenkarten nicht unterschritten werden. Allerdings können bestimmte Schriftarten in derselben Punktgröße kleiner wirken als andere. Vorsicht ist besonders bei Schreibschriften und manchen Serifen-Schriften in kleinen Schriftgrößen geboten. Verwenden Sie für das Kleingedruckte am besten eine serifenlose Schriftart, um optimale Lesbarkeit zu gewährleisten.

Die folgenden Kombinationen von Schriftarten können Sie als Inspiration für Ihre nächste Visitenkarte nutzen.

Denken Sie immer daran, dass der Text auf einer Visitenkarte vor allen Dingen gut lesbar sein sollte. Sobald Sie eine Schriftart gefunden haben, die auf den ersten Blick gut lesbar ist, können Sie mit Farbkombinationen experimentieren, um Ihr Design wirklich einzigartig zu machen.

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