So bereitet sich eine Strandbar auf eine starke Sommersaison vor

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Die Führung eines Kleinunternehmens ist unabhängig von der Jahreszeit nie wirklich leicht, doch worauf muss man sich gefasst machen, wenn man ein saisonabhängiges Unternehmen betreibt? Für diese Art von Unternehmen gibt es einige ganz spezielle Herausforderungen und Chancen.

Merijn, Marino genannt, ist der Besitzer und Geschäftsführer eines erfolgreichen Strandrestaurants namens Friends, das er an der spanischen Küste zusammen mit seinem Bruder Floris betreibt. Das Restaurant ist von April bis Ende Oktober geöffnet und hat in den letzten vier Jahren ein Wachstum von 200 % verzeichnet. Wir haben uns mit ihm getroffen und ihn gebeten, ein normales Jahr in seinem Leben als Kleinunternehmer in dieser spezifischen Sparte zu beschreiben.

Frühling: Organisation und Vorbereitung

In den Wochen vor Ostern setzen sich die Brüder mit den Köchen zusammen an einen Tisch und bereiten das Menü vor, verkosten die Gerichte und verbringen ein ganzes Wochenende damit, die Angebote auf der Speisekarte zu perfektionieren. Sie nutzen diese Zeit, um Neues für die bevorstehende Saison auszuprobieren. Sobald das Menü zusammengestellt wurde, müssen die Lieferanten kontaktiert und alles Notwendige vorbereitet werden.

Die Brüder haben für ihr Restaurant zwar eine Facebook-Seite erstellt und veröffentlichen hin und wieder Werbeanzeigen in lokalen Zeitschriften, doch die bevorzugte Werbestrategie von Merijn und Floris ist die Mundpropaganda. „Unsere Speisekarte ist nicht sehr umfangreich, doch das ist auch gut so, denn wir legen viel mehr Wert auf Qualität als auf Quantität. Unsere Kunden sollen ihren Freunden und Bekannten gerne von diesem Ort erzählen.

Sommer: der Ansturm

Man würde davon ausgehen, dass die meisten Kunden Touristen sind, doch Merijn hat uns verraten, dass die Einwohner die größte Kundengruppe ausmachen. Die Herausforderung besteht darin, das Wachstum zu fördern, ohne dabei die Qualität zu beeinträchtigen, sodass die Kunden auch weiterhin zufrieden sind und immer wieder gerne zurückkommen.

Wir haben sie gefragt, ob sie nicht ab und zu mal neidisch auf ihre Kunden sind, immerhin können Sie die hervorragende Lage am Strand kaum genießen. Ihre Antwort: „Eigentlich nicht. Immerhin wissen wir genau, weshalb wir das tun.“ Während der Sommermonate haben die Brüder und ihr Personal kaum Zeit für soziale Aktivitäten. Dies trifft insbesondere auf Merijn und Floris zu, denn beide wohnen über dem Restaurant. „Das ist die größte Herausforderung – wir haben einfach keine Zeit. Vor einer Woche bin ich Onkel geworden, doch im Augenblick habe ich einfach keine Zeit für einen Heimaturlaub.“

Herbst: die Ruhe nach dem Sturm

Selbst im Herbst geht es im Restaurant Friends drunter und drüber. Doch im Vergleich zu den hektischen Sommermonaten kommen sie in der Herbstsaison auch mit weniger Personal aus und reduzieren die Anzahl der Mitarbeiter von 22 auf 10.

Winter: Ruhe und Regeneration

Nachdem sie sieben Monate lang harte Arbeit geleistet haben, gönnen sich Merijn und sein Bruder im November und Dezember endlich eine Auszeit und schließen ihr Lokal. Letztes Jahr ist Merijn mit seiner Familie für fünf Wochen nach Thailand gereist und war anschließend noch im Skiurlaub. „Ich versuche, mich so gut wie möglich zu entspannen. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.“

Im Januar geht es für die beiden mit der Suche nach Personal für die nächste Saison wieder los.

Diese Art von Unternehmen eignet sich nicht für jedermann. „Die Arbeit ist sehr hart und es gibt auch unerfreuliche Momente, doch wir versuchen, jedes Jahr etwas dazuzulernen und uns zu verbessern.“ Die Brüder wollen nicht einfach nur ein erfolgreiches Unternehmen führen, sondern ihrem Umfeld auch etwas zurückgeben und sich um ihr Personal kümmern.

„Deshalb heißt unser Restaurant Friends. Wir haben halt eine unkomplizierte Art. Ich brauche keinen imposanten Wagen oder so. Ich bin mit den kleinen Dingen zufrieden – essen, trinken und Zeit mit den Freunden verbringen. Ein ganz normaler Typ also.“

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